Fünfter Tag: endlich Tromsø

Das Ziel war definiert: Tromsø. Wir haben es auch erreicht, und zurück ins Hotel sind wir auch gekommen. Die Frage war eher, wie wir es dorthin geschafft haben. Und dann haben wir uns einfach auch mal etwas gegönnt.

Zurück auf Anfang. 7.30 Uhr. Ausschlafen ist hier nicht. Wir wollen was von der norwegischen Natur sehen. Die Sonne geht am Horizont auf. Thomas war bereits wieder draußen zum Fotografieren. Ich habe wieder eine Dusche bevorzugt. Dann beeilen wir uns, damit wir die Fähre um 9 Uhr von Senja nach Tromsø nicht verpassen. 80 Kilometer und 250 Kronen für die Fähre oder 190 Kilometer mit dem Auto nur über Eispisten. Da fällt die Entscheidung leicht.

Endlich Botnhamn. 8.55 Uhr. Die läppischen 30 Kilometer haben sich unglaublich gezogen. Wo ist der Anleger verdammt, wo die Fähre. Wir fragen einen Seemann am Anleger. „Die kommt in zwei Monaten.“ Wie? Aber im Internet stand doch … „Kansje!“ (Kann schon sein). Kein Wort mehr. Also los, keine Zeit verlieren. Wir drehen um. 220 Kilometer Eispiste liegen vor uns. Egal. Abenteuer.

Das Licht ist toll, ein Wechselspiel aus weißen Schönwetterwolken, blauem Himmel und Sonnenschein mit dunklen Wolken und Schneeflocken. Es schneit, dann reißt der Himmel auf, dann schneit es wieder. Jede Sekunde wird die Landschaft genossen. Ein Wow folgt auf das nächste. Wir machen einen kleinen Abstecher von der E6, der Hauptverkehrsader Norwegens von Süd nach Nord. Thomas hat den Blick für die Motive. Winternatur pur. Und immer wieder schrauben sich die für Norwegen so typisch dramatischen Berge steil aus dem Fjord empor.

Geplante Ankunft für Tromsø war ursprünglich gegen 1 Uhr. Es wurde 3 Uhr. Egal.

Erinnerungen kommen hoch: Ich war mit irgendwas zwischen 11 und 13 Jahren in Tromsø. Es war jedenfalls Anfang der achtziger Jahre. Die Ishavskatedralen (Eismeer Kathedrale) hatte mich damals sehr stark beeindruckt. Das weiß ich noch. Ich wollte sie unbedingt wieder sehen. Schon aus der Ferne ist sie gut sichtbar. Wir kommen an einen Kreisel. Wo ist die Ausschilderung DER Sehenswürdigkeit Tromsøs schlechthin. Nix. Dann stehen wir vor ihr. Wow! Wir wollen reingehen. Geschlossen bis 16 Uhr. Ein Orgelkonzert findet statt.

Dann stillen wir eben unseren Hunger. Unverzüglich. Ich werde schnell unleidlich, wenn ich nichts zu essen bekomme. Thomas hat das durchaus zu spüren bekommen. Aber bei der Kathedrale hätte ich mich zusammengerissen, um hier noch Zeit zu haben. So aber nicht. Glücklicherweise hat auch Thomas Hunger. Wir fahren ins Zentrum. Das erstbeste Restaurant am Hafen gibt tatsächlich was her. Aber die Preise sind, wie immer in Norwegen, jenseitig für uns Deutsche. Umgerechnet 35 Euro in einem mittelprächtigen Restaurant. Und das für Fisch, den es hier doch so massenhaft gibt. Nun dann, auch das ist egal. Das haben wir uns jetzt verdient! Anschließend wechseln wir noch in ein schickes Café und gönnen uns einen wirklich guten Cappuccino, bzw. Latte Macchiato mit Preiselbeermuffin. Preis? Egal. Cafékultur, das können die Norweger wirklich. Glaubst Du nicht? Dann probiere es.

Gut gestärkt machen wir dann eine kleine Autorundtour durch Tromsø. Ok, die ist schon eher kurz. Es schneit schon wieder heftigst. Und ich verfahre mich auch noch in der „großen“ Stadt. Und dann kommt für mich doch noch das Highlight des Tages. Der Besuch der Kathedrale. Wieder bin ich tief beeindruckt, Thomas nicht minder. Plötzlich spielt die Orgel auf.


Ja, das war all die Strapazen Wert. Ohne den Besuch hätte mir wirklich etwas gefehlt. Sicher wäre Sonnenschein toll gewesen. Dann geht eine Außenillumination an, da es dunkel wird. Bei Schneegestöber hat das seinen ganz eigenen Reiz.

Die Rückfahrt war dann übrigens völlig ohne Überraschungen. Haben wir etwas falsch gemacht?

Text von bt, Fotos ts


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